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Masernausbrüche in Europa


Zahl der Erkrankungen ungewöhnlich hoch


Die Masern sind in Europa weiter auf dem Vormarsch. In den vergangenen Monaten erkrankten in 33 Ländern bereits 6.500 Menschen an dieser Virusinfektion. Das gab vor Kurzem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) anlässlich der Europäischen Impfwoche bekannt.

Erkrankungen 2011 bereits so hoch wie 2010

Nach Angaben der WHO ist in Mitteleuropa Frankreich am stärksten von Masern betroffen. Offiziellen Meldungen zufolge erkrankten dort von Januar bis März 4.937 Menschen – und damit fast so viele, wie sonst im ganzen Jahr. 2010 etwa meldeten die französischen Behörden 5.090 Masernfälle. Ähnlich, aber weniger drastisch, sieht die Lage in Belgien aus. Dort verzeichneten Ärzte bereits 100 Erkrankungen im Vergleich zu 40 im gesamten Vorjahr. Andere „Masern-Hotspots“ seien Spanien, Serbien, Mazedonien und die Türkei.

In Deutschland erkrankten nach Angaben von EUVAC.Net in den Monaten Januar bis Februar 130 Menschen an Masern. Im Vorjahr zählte das Robert-Koch-Institut deutschlandweit insgesamt 777 Masern-Fälle.

Lücken in der Impfkartei

Den Grund für den rapiden Anstieg von Masern-Erkrankungen sehen die WHO-Experten vor allem in Impflücken. So erkrankten häufig Kinder unter einem Jahr, die aufgrund medizinischer Empfehlungen noch keine Impfung erhalten. Aber auch viele ältere Kinder haben Lücken in ihrem Impfpass. So sind zum Beispiel Schüler aus Waldorfschulen oft von Masern betroffen, weil viele Eltern einer Impfung kritisch gegenüber stehen.

Die Masernimpfung allerdings ist der einzige sichere Schutz für die Kinder. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt, Kinder im zweiten Lebensjahr zweimal impfen zu lassen – im Abstand von sechs Wochen. Bei älteren Kindern, die noch nicht geimpft sind, sollte das nachgeholt werden. Auch nicht geimpften Erwachsenen empfiehlt die STIKO eine Masernimpfung.


26.04.2011 | Von: Redaktion apotheken.de; Dr. nat. med. Anke Kopacek


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